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Kritik der repräsentativen Demokratie - Bernard Manin
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Das Buch ist in einem allgemeinen guten Zustand erhalten.
„Kritik der repräsentativen Demokratie“ ist eine Herausforderung. Bernard Manin arbeitet in seiner präzisen und eleganten historischen Analyse die aristokratischen Elemente der repräsentativen Demokratie heraus und bietet erstmals einen illusionslosen Blick auf diese Regierungsform und ihr Entstehen.
Was wir heute unter „Demokratie“ verstehen, hat Ursprünge in einem institutionellen System, dessen Errichtung zwar die Folge der Revolutionen in England, Amerika und Frankreich ist, aber ursprünglich keineswegs als „Regierung des Volkes“ wahrgenommen wurde. Bernard Manin weist eine erstaunliche Konstante in der Geschichte neuzeitlicher politischer Systeme nach: die bewußte Entscheidung für Regierungsformen, die man als „aristokratische“ bezeichnen kann und gegen Formen der Demokratie, wie sie im antiken Griechenland oder im Italien der Renaissance üblich waren. Die entscheidenden Denker der französischen und der amerikanischen Verfassung, Sieyes und Madison, sahen im repräsentativen Regierungssystem keine Form der Demokratie. Für sie verkörperte es vielmehr eine undemokratische Regierungsform – die von ihnen bevorzugt wurde.
Bernard Manin hinterfragt in diesem grundlegenden Werk politische Selbstverständlichkeiten und Selbstverständnisse nach ihrer historischen Haltbarkeit. Es gelingt ihm, durch Analysen von Wahlsystemen und konzisen Begriffsgenealogien unsere „demokratischen“ Regierungsformen neu zu denken und zu überdenken. So schafft er die Möglichkeit, verkrustete und womöglich überholte Strukturen zu erkennen.
Aus dem Inhalt: „Triumph der Wahlen“, „Die Prinzipien der Distinktion“, „Eine demokratische Aristokratie“, „Das Urteil des Volkes“, „Metamorphosen der repräsentativen Demokratie“
Bernard Manin, geboren 1951 in Marseille, lebt in den USA und ist Professor für politische Philosophie an der New York University und am Institut d´Etudes Politiques de Paris. Er ist Forschungsdirektor am CNRS, seit 2005 auch an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (EHESS) in Paris. Internationale Anerkennung fand er mit seinen grundlegenden Studien zur Gewaltenteilung und zur repräsentativen Demokratie. Sein mit dem Philippe-Habert-Preis ausgezeichnetes Buch Kritik der repräsentativen Demokratie wurde bereits ins Englische, Spanische und Italienische übersetzt.
Tatjana Petzer ist Literaturwissenschaftlerin und arbeitet am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin. 2012 war sie Mitherausgeberin eines Bandes zu Isidora Sekulić, für deren internationale Entdeckung sie sich einsetzt.